Hybridwärmepumpe: Gas, Öl und Solarthermie clever ergänzt
Die Wärmewende stellt viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer vor eine große Herausforderung – vor allem im Gebäudebestand. Reicht die Dämmung nicht aus oder sind die Heizkörper nicht für niedrige Vorlauftemperaturen geeignet, stößt eine rein elektrische Wärmepumpe schnell an ihre Grenzen. Eine smarte Zwischenlösung kann hier Abhilfe schaffen: die Hybridheizung. Sie verbindet die Effizienz und Umweltfreundlichkeit der Wärmepumpe mit der Zuverlässigkeit bestehender Öl-, Gas- oder Solarthermieanlagen.
Das Wichtigste in Kürze
- Hybridheizungen kombinieren bestehende Öl-, Gas- oder Solarthermieanlagen mit Wärmepumpen.
- Hybridlösungen sind eine gute Lösung für un- oder teilsanierte Bestandsgebäude, in denen Wärmepumpen allein nicht effizient genug arbeiten.
- Die Kombination fossiler Systeme mit einer Wärmepumpe senkt CO₂-Emissionen und Heizkosten.
- Hybridheizungen gelten als Übergangslösung bis 2045, da fossile Anteile langfristig gesetzlich ausgeschlossen werden.
- Staatliche Förderungen gibt es nur, wenn der Anteil erneuerbarer Energien bei mindestens 65 % liegt.
Wärmepumpe in der Hybridheizung: So funktionierts
Hybridheizungen kombinieren zwei unterschiedliche Wärmeerzeuger zu einem gemeinsamen System:
- Wärmepumpe und Gasheizung
- Wärmepumpe und Ölheizung
- Wärmepumpe und Solarthermie
Ziel einer solchen Kombination ist es, die Vorteile beider Technologien geschickt miteinander zu verbinden: Die Wärmepumpe bringt eine hohe Effizienz, geringe Betriebskosten und eine starke Umweltfreundlichkeit mit. Das zusätzliche System bringt hingegen eine hohe Leistung bei sehr kalten Außentemperaturen ein – genau dann, wenn die Wärmepumpe an ihre Grenzen stößt.
Solche bivalenten Heizsysteme gibt es in zwei unterschiedlichen Betriebsarten:
- Bivalent alternativ: Die Wärmepumpe arbeitet allein bis zu einem definierten Temperaturgrenzwert (z. B. 0 °C). Wenn’s kälter wird, übernimmt die fossile Heizung vollständig.
- Bivalent parallel: Bei mäßig kalten Temperaturen arbeiten beide Heizsysteme zusammen. Erst wenn’s richtig kalt wird, übernimmt der zweite Anteil allein.
Welche Variante sinnvoll ist, hängt vom Gebäudetyp, dem Heizbedarf und der Auslegung des Systems ab.
Wann ist eine Hybridheizung sinnvoll?
Rein elektrische Wärmepumpen stoßen bei Bestandgebäuden meist an eine dieser beiden Grenzen: Entweder ist das Gebäude nicht optimal gedämmt, sodass die Wärmepumpe nicht wirklich effizient arbeiten kann. Oder es sind keine großflächigen Heizkörper mit niedriger Vorlauftemperatur vorhanden.
Beides ist insbesondere in Altbauten häufig der Fall. Durch die Unterstützung der Wärmepumpe durch einen zweiten Wärmeerzeuger bleibt auch ein Altbau wohlig warm – auch an frostigen Tagen.
Für viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer bieten Hybridlösungen damit auch ohne Kernsanierung und Austausch des kompletten Heizsystems einen Einstieg in die Nutzung erneuerbarer Energien. Besonders, wenn bereits eine funktionstüchtige Öl- oder Gasheizung vorhanden ist, kann die Kombination mit einer Wärmepumpe eine hilfreiche Lösung darstellen – zumindest übergangsweise. Denn spätestens ab 2045 dürfen Heizsysteme mit fossilen Brennstoffen nicht mehr betrieben werden.
Vorteile von Hybridheizungen
Hybridheizungen sind eine praxisnahe Lösung für viele Bestandsgebäude – besonders dort, wo eine elektrische Wärmepumpe aufgrund baulicher oder technischer Gegebenheiten nicht infrage kommt. Und genau hier liegt der größte Vorteil: Eine Hybridlösung ist quasi in jedem Gebäude denkbar.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Kombination zweier Systeme. Die hohe Effizienz und Umweltfreundlichkeit der Wärmepumpe auf der einen Seite, die verlässliche Spitzenlastabdeckung durch ein zweites Heizsystem auf der anderen.
Daraus ergeben sich eine deutliche Reduktion von CO2-Emissionen und Energiekosten. Während konventionelle Heizungen das ganze Jahr über fossile Brennstoffe verbrauchen, deckt eine Hybridlösung zwischen 70 und 90 % des jährlichen Wärmebedarfs ab. Das bedeutet nicht nur geringere Betriebskosten, sondern auch gesenkte CO2-Abgaben.
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass bestehende Heizkessel weiterverwendet werden können, wenn sie technisch kompatibel sind. Häufig können Wärmepumpen als ergänzendes System integriert werden, sodass am bestehenden System kaum bauliche Maßnahmen erfolgen müssen – insbesondere in Altbauten ein echter Vorteil.
Auch in puncto Versorgungssicherheit haben Hybridheizungen einen Vorteil: An sehr kalten Tagen springt das zusätzliche Heizsystem automatisch ein und sorgt dafür, dass das Gebäude zuverlässig warm bleibt. Vor allem für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer in Regionen mit frostigen Wintern schafft das ein beruhigendes Gefühl.
Nachteile von Hybridheizungen
Trotz der vielseitigen Vorteile bringt die Kombination zweier Systeme auch gewisse Herausforderungen mit sich:
- Planung und Installation sind komplexer
Beide Systeme müssen exakt aufeinander abgestimmt sein, um effizient und störungsfrei zusammenzuarbeiten. Insbesondere bei der Regelungstechnik ist hier mehr Know-how gefragt. - Der Wartungsaufwand ist höher
Durch die komplexere Technik steigt auch der Aufwand für Wartung und Instandhaltung, da zwei unterschiedliche Technologien betrieben werden, die jeweils ihre eigenen Anforderungen mitbringen. - Hybridlösungen sind nicht zukunftssicher
Wenn ein fossiler Energieträger beteiligt ist, ist die Hybridlösung nur befristet nutzbar. Laut Gebäudeenergiegesetz dürfen Öl- und Gasheizungen ab dem Jahr 2045 nicht mehr betrieben werden. Mittelfristig ist also eine erneute Umstellung notwendig. - Staatliche Förderungen greifen nicht immer
Staatliche Förderungen greifen nur dann, wenn der regenerative Anteil des Hybridsystems ausreichend hoch ist. Die Wärmepumpe muss den überwiegenden Teil des Wärmebedarfs abdecken – die bloße Ergänzung einer alten Heizung um ein kleines Wärmepumpenmodul reicht nicht aus, um förderfähig zu sein.
Kosten und Wirtschaftlichkeit von Hybridheizungen
Wie viel eine Hybridheizung kostet, hängt stark davon ab, welche Systeme kombiniert werden und wie umfangreich die baulichen Maßnahmen ausfallen. Die reinen Investitionskosten liegen zwischen 8.000 und 28.000 Euro – abhängig von
- Leistungsgröße,
- Installationsaufwand und
- vorhandener Infrastruktur im Gebäude.
Neben den Anschaffungskosten spielen auch die laufenden Betriebskosten eine Rolle. Da die Wärmepumpe den Großteil des Wärmebedarfs abdeckt, sinken die Kosten für fossile Brennstoffe deutlich. Je nach Gebäudestandard, Heizverhalten und Systemauslegung können Einsparungen von mehreren hundert bis über tausend Euro pro Jahr erzielt werden. Insbesondere im Vergleich zu einer reinen Öl- oder Gasheizung sind Hybridsysteme daher auf lange Sicht günstiger – auch deshalb, weil sich zusätzlich die CO2-Abgaben für fossile Heizenergie reduzieren.
Jedoch gibt es auch einen Knackpunkt: Hybridheizungen bestehen aus zwei Systemen und müssen entsprechend geplant, eingebaut und auch gewartet werden. Dadurch erhöht sich der Installations- und Instandhaltungsaufwand.
Zudem sind staatliche Förderungen nur dann möglich, wenn die Wärmepumpe mindestens 65 % des Wärmebedarfs deckt. Ist der fossile Anteil zu hoch, entfällt die finanzielle Unterstützung. Ein weiterer wirtschaftlich relevanter Punkt ist die gesetzliche Perspektive: Fossile Heizsysteme – auch als Teil eines Hybridsystems – dürfen ab dem Jahr 2045 gar nicht mehr betrieben werden.
Wer also in eine Hybridlösung investiert, sollte Folgendes beachten: Mittelfristig werden weitere Investitionen notwendig, um den fossilen Anteil vollständig zu ersetzen. Die Entscheidung für ein Hybridsystem sollte daher eher als Übergangslösung betrachtet werden, um im zweiten Schritt auf eine rein regenerative Heizung umzusteigen.
Hybridwärmepumpe: Vor- und Nachteile auf einen Blick
Aspekt | Vorteile | Anmerkung |
Einsatzbereich | Auch in Altbauten mit schlechter Dämmung oder alten Heizkörpern möglich | Nur sinnvoll, wenn fossiler Anteil langfristig ersetzt wird |
Investitionskosten | Geringer als Komplettumstellung auf Wärmepumpe, bestehender Kessel bleibt oft nutzbar | Zwei Systeme bedeuten höhere Planungs- und Installationskosten |
Betriebskosten | Reduzierung der Heizkosten und CO2-Abgaben durch geringeren Öl-/Gasverbrauch | Stromkosten der Wärmepumpe bleiben abhängig vom Tarif und Strommix |
CO₂-Einsparung | Bis zu 70–90 % des Wärmebedarfs regenerativ gedeckt | Restliche Emissionen durch fossilen Anteil + CO₂-Abgabe |
Förderung | Staatliche Förderung möglich, wenn Wärmepumpe mindestens 65 % des Wärmebedarfs deckt | Keine Förderung bei zu geringem regenerativen Anteil |
Versorgungssicherheit | Fossiler Anteil springt an sehr kalten Tagen zuverlässig ein | Zweites System erhöht Wartungsaufwand und technisches Risiko |
Zukunftssicherheit | Gute Übergangslösung mit geplanter Weiterentwicklung möglich | Fossiler Anteil ab 2045 gesetzlich nicht mehr erlaubt |
Sanierungsaufwand | Oft keine sofortige Sanierung oder Heizkörpertausch nötig | Spätere zusätzliche Investitionen absehbar (Vollumstieg auf regenerative Lösung) |
Fazit
Hybridlösungen mit Wärmepumpe sind eine sinnvolle Zwischenlösung für viele Bestandsgebäude, bei denen eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien noch nicht möglich ist. Sie kombinieren das Beste aus zwei Welten: Effizienz und Umweltfreundlichkeit auf der einen Seite, Versorgungssicherheit und geringere Investitionskosten auf der anderen.
Wer die Technik gezielt plant und den regenerativen Anteil ausreichend hoch ansetzt, kann von staatlicher Förderung profitieren und langfristig Heizkosten sparen. Wichtig ist dabei, die Zukunft im Blick zu behalten – denn spätestens ab 2045 müssen fossile Komponenten vollständig ersetzt werden. Eine Hybridheizung ist daher vor allem eins: ein durchdachter Zwischenschritt auf dem Weg zur klimafreundlichen Wärmeversorgung.
FAQ: Hybridlösung mit Wärmepumpe
Eine Hybridheizung ist für alle sinnvoll, die ihre bestehende Öl- oder Gasheizung modernisieren möchten, aber aktuell noch nicht auf eine rein elektrische Wärmepumpe umstellen können – z. B. wegen unzureichender Dämmung, fehlender Flächenheizung oder einem zu kleinen Budget.
In vielen Fällen ja. Besonders bei funktionstüchtigen Öl- oder Gas-Heizkesseln lässt sich eine Wärmepumpe mit nur geringem baulichem Aufwand als zweites System integrieren.
Hybridheizungen können auf lange Sicht Kosten sparen, weil sie den fossilen Verbrauch deutlich senken. So werden Kosten für die fossilen Brennstoffe sowie für die CO2-Abgaben eingespart. Allerdings sind Hybridlösungen nur dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn sie als Übergangslösung bis 2045 gedacht und später weiterentwickelt werden.
Ja – aber nur, wenn die Wärmepumpe mindestens 65 % des jährlichen Wärmebedarfs abdeckt. Ist der fossile Anteil zu hoch, ist das Projekt nicht förderwürdig.
Spätestens ab dem Jahr 2045 dürfen Heizsysteme mit fossilen Brennstoffen nicht mehr betrieben werden – auch Hybridlösungen nicht. Bis dahin gelten Hybridheizungen mit Öl oder Gas als zulässige, aber befristete Übergangslösung.
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Katharina Kreidenweis
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