Wärmepumpe vs. Gasheizung - welches Heizsystem ist die bessere Wahl?
Die Entscheidung für ein Heizsystem gehört zu den zentralen Fragen bei Neubauten und Sanierungen. Dabei stehen Bauherren und Immobilienbesitzer oft vor der Wahl zwischen der bewährten Gasheizung und der zunehmend geförderten Wärmepumpe. Beide Systeme haben ihre Stärken – aber auch klare Unterschiede in Kosten, Effizienz und Umweltwirkung.
Wir beleuchten die wichtigsten Aspekte beider Technologien, stellen sie einander gegenüber und zeigen auf, welches Heizsystem zu welchem Gebäudetyp und Bedarf passt – unter Berücksichtigung aktueller gesetzlicher Vorgaben und zukünftiger Entwicklungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Wärmepumpen sind im Betrieb kostengünstiger als Gasheizungen, verursachen jedoch höhere Anschaffungskosten und benötigen für optimale Effizienz ein gut gedämmtes Gebäude.
- Gasheizungen überzeugen durch niedrige Investitionskosten und eignen sich auch für unsanierte Gebäude, sind jedoch abhängig von fossilen Brennstoffen und hohen Preisen bei CO₂-Abgaben.
- Welches System geeigneter ist, hängt vom Gebäudezustand, verfügbarem Budget und persönlichen Nachhaltigkeitszielen ab.
- Seit dem Gebäudeenergiegesetz 2024 müssen neue Heizungen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden, was Wärmepumpen begünstigt oder aber den Einsatz von Hybridlösungen erfordert.
Wärmepumpen & Gasheizungen: Funktionsweisen im Vergleich
Wärmepumpen entziehen – je nach Wärmepumpenart – der Luft, dem Erdreich oder dem Wasser Wärmeenergie und „pumpen“ diese auf ein höheres Temperaturniveau. Das geschieht in einem geschlossenen Kreislauf, in dem ein Kältemittel verdampft, komprimiert, verflüssigt und entspannt wird. Der entscheidende Vorteil dieser Technologie: Bis zu 75 % der Heizenergie stammt kostenlos aus der Umwelt. Lediglich für den Kompressor wird elektrische Energie benötigt.
Eine Gasheizung hingegen arbeitet mit direkter Verbrennung: Im Brenner wird Erdgas verbrannt, wodurch Wärme entsteht, die anschließend an das Heizungswasser übertragen wird. Moderne Gasbrennwertgeräte nutzen zusätzlich die im Abgas enthaltene Kondensationswärme, sodass Wirkungsgrade von bis zu 98 % erreicht werden können. Gasheizungen sind somit immer auf die Zuführung von kostspieligen fossilen Brennstoffen angewiesen.
Nachhaltigkeit und Umweltaspekte
Klimawandel und steigende CO2-Abgaben rücken die Umweltbilanz von Heizsystemen für Immobilienbesitzer immer stärker in den Fokus. Bei der Entscheidung für oder gegen eine Wärmepumpe oder eine Gasheizung sollte dieser Aspekt deshalb unbedingt Beachtung finden.
Während bei der Verbrennung von Erdgas zwangsläufig CO2 freigesetzt wird, verursachen Wärmepumpen keine direkten Emissionen. Zusätzlich kann die Umweltbilanz weiter verbessert werden: Je höher der Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz, desto klimafreundlicher arbeitet die Wärmepumpe.
Bei einem durchschnittlichen deutschen Strommix verursacht eine Wärmepumpe etwa 35 – 50 % weniger CO2-Emissionen als eine moderne Gasheizung. Mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz wird dieser Vorteil in den kommenden Jahren noch deutlicher ausfallen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Wärmepumpe mit selbst erzeugtem Photovoltaik-Strom zu betreiben, wodurch sich die Klimabilanz zusätzlich steigert. Gasheizungen bieten hier leider kaum Optimierungspotenzial – denn fossiles Erdgas wird als Energieträger immer CO2 freisetzen.
Auch bei der Betrachtung des Primärenergiebedarfs – also der Gesamtenergie, die für die Bereitstellung der Heizwärme aufgewendet werden muss – hat die Wärmepumpe die Nase vorn. Durch die hohe Effizienz und die Nutzung von Umweltwärme benötigt sie deutlich weniger Primärenergie als eine Gasheizung. Dies ist nicht nur für die Umwelt relevant, sondern wird auch bei der Energiebewertung von Gebäuden und der Erfüllung gesetzlicher Vorgaben immer wichtiger.
Wirtschaftlichkeit und Kostenvergleich
Bei der Wahl eines Heizsystems spielt natürlich auch die Wirtschaftlichkeit eine große Rolle. Hierbei ist es wichtig, sowohl wie Investitionskosten als auch die laufenden Betriebskosten zu berücksichtigen. Darüber hinaus gibt es mittlerweile häufig staatliche Förderungen, die die Entscheidung beeinflussen können.
Anschaffungskosten
Betrachtet man die Erstinvestition, liegt die Gasheizung klar vorn: Eine moderne Gasbrennwertheizung kostet inklusive Installation zwischen 8.000 und 12.000 Euro.
Eine Wärmepumpe schlägt – je nach Wärmepumpenart – mit 15.000 und 30.000 Euro zu Buche. Der höhere Preis kommt durch die komplexere Technik sowie durch teils notwendigen Bohrarbeiten zustande.
Betriebskosten
Die Betriebskosten zeichnen hier ein konträres Bild. Durch die hohe Effizienz und den Anteil kostenloser Umweltenergie fallen die laufenden Ausgaben einer Wärmepumpe deutlich niedriger aus als bei einer Gasheizung.
Bei einer gut dimensionierten Anlage liegen die jährlichen Heizkosten einer Wärmepumpe etwa 20-40 % unter denen einer vergleichbaren Gasheizung. Dieser Vorteil dürfte sich mit den weiter steigenden CO₂-Preisen in Zukunft noch verstärken.
Förderungen
Staatliche Förderungen können die Wirtschaftlichkeit erheblich beeinflussen. Beim Einbau einer Wärmepumpe werden die Investitionskosten mit bis zu 40 % bezuschusst. Dabei beträgt die Grundförderung 30 %, wird eine alte Öl- oder Gasheizung ausgetauscht gibt es einen zusätzlichen Bonus von 10 %.
Für Gasheizungen existieren hingegen kaum noch Fördermittel – lediglich als Hybridlösung werden sie noch bezuschusst.
Gebäudevoraussetzungen und Einsatzmöglichkeiten
Essenziell sind auch die baulichen Gegebenheiten vor Ort: Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, muss das Gebäude also genau untersucht werden.
Anforderungen an die Gebäudedämmung
Eine ideale Vorlauftemperatur für Wärmepumpen liegt bei maximal 35-40°C – das ist deutlich niedriger als bei konventionellen Heizsystemen. In gut gedämmten Neubauten oder energetisch sanierten Altbauten können Wärmepumpen also hervorragende Effizienzen mit Jahresarbeitszahlen über 4 erreichen. Wird eine Wärmepumpe jedoch in älteren, schlecht gedämmten Gebäuden installiert, sinkt die Effizienz und steigen die Betriebskosten enorm.
Gasheizungen sind dagegen deutlich weniger abhängig vom Dämmstandard. Sie können problemlos Vorlauftemperaturen von 60-70°C erzeugen, die oft in älteren oder schlecht gedämmten Gebäuden erforderlich sind.
Heizkörper und Wärmeverteilung
Auch das vorhandene Wärmeverteilsystem spielt eine entscheidende Rolle. Klassische Heizkörper benötigen in der Regel höhere Vorlauftemperaturen als Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen. Während Gasheizungen also problemlos mit allen Heizkörpertypen kombinierbar sind, erzielen Wärmepumpen ihre optimale Effizienz nur in Verbindung mit großflächigen Niedertemperatur-Heizsystemen.
Wenn eine Wärmepumpe in einem Bestandsgebäude mit konventionellen Heizkörpern installiert werden soll, ist somit oft ein Austausch der Heizkörper oder eine zusätzliche energetische Sanierung notwendig. Das erhöht die Investitionskosten erheblich.
Platzbedarf und bauliche Voraussetzungen
Auch der Platzbedarf unterscheidet sich bei den beiden Systemen deutlich. Eine Gasheizung benötigt lediglich einen kleinen Technikraum und einen funktionierenden Schornstein. Wärmepumpen hingegen brauchen neben einem Raum für die Inneneinheit auch auf dem Grundstück genügend Platz:
- Luft-Wärmepumpen benötigen eine Außeneinheit, die ausreichend Abstand zu Nachbargrundstücken haben muss, um Lärmbelästigungen zu vermeiden.
- Erdwärmepumpen erfordern ausreichend Grundstücksfläche für die Erdkollektoren oder Platz für Tiefenbohrungen.
- Wasser-Wärmepumpen setzen das Vorhandensein von geeignetem Grundwasser oder fließenden Gewässern voraus.
Gasheizungen sind in puncto Platzanforderungen und baulichem Aufwand daher oft die unkompliziertere Lösung – insbesondere, wenn bereits ein Gas-Hausanschluss vorhanden ist.
Wärmepumpe vs. Gasheizung: Vergleichstabelle und Fallbeispiele
Kriterium | Wärmepumpe | Gasheizung |
---|---|---|
Anschaffungskosten | 15.000 bis 30.000 € | 8.000 bis 12.000 € |
Betriebskosten | Ca. 6-12 ct/kWh Heizwärme (abhängig von Strompreis und JAZ) | Ca. 12-15 ct/kWh Heizwärme (inkl. CO₂-Abgabe) |
Fördermöglichkeiten | Bis zu 40 % der Anschaffungskosten | Kaum vorhanden (nur bei Hybridlösungen) |
CO2-Emissionen | Ca. 85-135 g/kWh bei deutschem Strommix, mit Ökostrom nahezu null | Ca. 200-250 g/kWh durch direkte Verbrennung |
Primärenergiebedarf | Ca. 0,75 kWh Primärenergie pro kWh Heizwärme | Ca. 1,1 kWh Primärenergie pro kWh Heizwärme |
Gebäudeanforderungen | Gute Dämmung notwendig, idealerweise Flächenheizung mit 35-40°C | Funktioniert auch in schlecht gedämmten Gebäuden, kompatibel mit allen Heizkörpertypen (60-70°C) |
Platzbedarf | Hoch (Innen- und Außeneinheit) | Gering (nur Wandtherme und Schornstein) |
Lebensdauer | Circa 20 Jahre | Circa 15-20 Jahre |
Zukunftssicherheit | Hoch (erfüllt GEG-Anforderungen) | Gering (langfristig Ausstieg aus fossilen Brennstoffen) |
Unsanierter Altbau (Baujahr vor 1980)
- Schlechte bis mittelmäßige Dämmung
- Konventionelle Heizkörper
- Hohe Vorlauftemperatur nötig (>60 °C)
Empfehlung: Gasheizung oder Hybridlösung
Eine Wärmepumpe ist in diesem Fall ineffizient und stromintensiv. Wirtschaftlicher ist in einem solchen Fall tatsächlich eine Gasheizung, die hohe Temperaturen zuverlässig liefern kann. Alternativ kann eine (Teil-)Sanierung den Weg zur Wärmepumpe oder Hybridlösung ebnen.
Bei einem unsanierten Einfamilienhaus mit rund 150 m² Wohnfläche und einem Heizwärmebedarf von etwa 200 kWh pro Quadratmeter im Jahr liegen die jährlichen Heizkosten mit einer Wärmepumpe bei etwa 3.000 bis 4.000 Euro. Mit einer modernen Gasheizung fallen dagegen rund 2.500 bis 3.500 Euro jährlich an – je nach Energiepreisen und individuellem Verbrauch.
Teilsanierter Bestandsbau (z. B. mit neuen Fenstern und Dachdämmung)
- Mittlere Dämmqualität
- Teils optimierte Heizkörper
- Mittlere Vorlauftemperatur (ca. 45–55 °C)
Empfehlung: Hochtemperatur-Wärmepumpe oder Hybridlösung
Ein teilsaniertes Gebäude bietet bereits gute Voraussetzungen für den Einsatz einer Wärmepumpe, ist jedoch nicht immer ausreichend. Hier kann eine Hybridlösung mit einer Gasheizung, die an besonders kalten Tagen unterstützt, die Effizienz weiter steigern. Darüber hinaus können einzelne Heizkörper durch größere Modelle ersetzt werden, um die Systemleistung zu verbessern.
Für ein Einfamilienhaus mit rund 150 m² Wohnfläche und einem jährlichen Heizwärmebedarf von etwa 120 kWh pro Quadratmeter liegen die Heizkosten mit einer Hybridlösung bei etwa 1.800 bis 2.200 Euro im Jahr. Wird ausschließlich mit Gas geheizt, sind je nach Energiepreisentwicklung und individuellem Verbrauch rund 2.200 bis 2.800 Euro jährlich zu erwarten.
Vollständig sanierter Altbau oder Neubau
- Sehr gute Dämmung (z. B. KfW-Standard oder besser)
- Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung) oder großdimensionierte Heizkörper
- Niedrige Vorlauftemperatur (<40 °C)
Empfehlung: Wärmepumpe – idealerweise mit Photovoltaikanlage
In diesem Gebäudetyp kann die Wärmepumpe ihre volle Stärke optimal ausspielen. Dank der sehr guten Dämmung und der niedrigen Vorlauftemperatur arbeitet sie mit hoher Jahresarbeitszahl (JAZ > 4) besonders sparsam. Wird sie zusätzlich mit einer Photovoltaikanlage kombiniert, senkt das nicht nur die laufenden Kosten, sondern erhöht auch die Unabhängigkeit von Energieversorgern.
Bei einem Neubau oder vollständig sanierten Einfamilienhaus mit ca. 150 m² Wohnfläche und einem Heizwärmebedarf von rund 50 kWh/m² pro Jahr liegen die Heizkosten mit einer Wärmepumpe bei etwa 800 bis 1.200 Euro jährlich. Im Vergleich dazu verursacht eine Gasheizung Kosten von rund 1.000 bis 1.400 Euro im Jahr.
Fazit
Die Wahl zwischen Wärmepumpe und Gasheizung hängt maßgeblich von den baulichen Gegebenheiten, dem Budget und den individuellen Nachhaltigkeitszielen ab.
Wärmepumpen sind langfristig meist die klimafreundlichere und wirtschaftlichere Lösung – insbesondere in gut gedämmten Gebäuden und in Kombination mit Photovoltaik. Sie erfüllen die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes und bieten ein hohes Maß an Zukunftssicherheit.
Gasheizungen hingegen punkten bei den Investitionskosten und der einfachen Nachrüstung in unsanierten Altbauten. Als Übergangslösung oder in Hybrid-Systemen können sie weiterhin sinnvoll sein – ihr fossiler Brennstoffcharakter und die steigenden CO₂-Abgaben sprechen jedoch gegen eine langfristige Perspektive.
Wer nachhaltig, effizient und gesetzeskonform heizen will, sollte frühzeitig die Voraussetzungen prüfen und sich professionell beraten lassen. So lässt sich die passende Lösung für Gebäude, Budget und Zukunftspläne optimal finden
FAQ: Wärmepumpe und Gasheizung
Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich je nach Gebäudeeffizienz, den Energiepreisen und der Nutzung staatlicher Förderungen nach circa 8-12 Jahren. Besonders wirtschaftlich sind Wärmepumpen in Neubauten oder gut gedämmten Bestandsgebäuden.
Die Kombination mit einer eigenen Photovoltaikanlage kann die Amortisationszeit weiter verkürzen. Da die CO2-Abgaben für fossile Brennstoffe weiter steigen, wird sich die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen in den kommenden Jahren tendenziell weiter verbessern.
Das hängt von der Vorlauftemperatur der vorhandenen Heizkörper ab. Klassische Heizkörper brauchen meist höhere Temperaturen, was die Effizienz der Wärmepumpe minimiert. In manchen Fällen reicht es, einzelne Heizkörper durch größere Modelle zu ersetzen. Optimal ist jedoch eine Flächenheizung – oder eine Hybridlösung, die an kalten Tagen mit Gas unterstützt.
Ja, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Neue Heizungen müssen seit dem Gebäudeenergiegesetz 2024 zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Reine Gasheizungen sind nur noch als Übergangslösung oder in Ausnahmefällen zulässig. Möglich bleibt der Einsatz in Hybridlösungen – z. B. in Kombination mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe.
Entscheidend sind eine gute Dämmung und ein Heizsystem, das mit niedrigen Vorlauftemperaturen (35–40 °C) auskommt. Je besser die Gebäudehülle und je effizienter die Wärmeverteilung, desto wirtschaftlicher arbeitet die Wärmepumpe. Bei unsanierten Altbauten empfiehlt sich oft zunächst eine (Teil-)Sanierung.
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Katharina Kreidenweis
Leitung Vertrieb
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