PV-Anlage: Polykristalline Module – Kosten, Effizienz & Montage

Polykristalline Solarzellen sind eine kosteneffiziente und häufig verwendete Option für PV-Anlagen. Sie bieten ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Leistung und Kosten und sind besonders für größere Dachflächen und gewerbliche Anwendungen geeignet.

In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Vor- und Nachteile, die Herstellung, die Positionierung und die Montage von polykristallinen PV-Modulen.

Symbolbild mit Batterie, Solarmodulen, Stromspeicher und Ladestation für erneuerbare Energie.
8 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Polykristalline Solarmodule bestehen aus Silizium, das in mehreren Kristallen erstarrt ist.
  • Der Wirkungsgrad liegt in der Regel zwischen 15 und 18 %, was etwas niedriger ist als bei monokristallinen Modulen.
  • Polykristalline Zellen haben eine charakteristische bläuliche Färbung mit einem sichtbaren, kristallinen Muster und werden häufig bei großflächigen PV-Anlagen eingesetzt.

Vor- und Nachteile von polykristallinen Solarmodulen

Vorteile

  • Kosten: Günstiger als monokristalline Module
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Ideal für größere Flächen
  • Geringerer Energieeinsatz: Weniger energieintensive Herstellung als monokristalline Module

Nachteile

  • Wirkungsgrad: Niedriger als bei monokristallinen Modulen (15 – 18 %)
  • Platzbedarf: Größerer Flächenbedarf für gleiche Leistung
  • Ästhetik: Typisch bläuliches und ungleichmäßiges Erscheinungsbild

Größter Vorteil: Kosteneffizienz

Der größte Vorteil von polykristallinen PV-Modulen liegt in ihrer Kosteneffizienz. Der Modultyp ist günstiger in der Herstellung als monokristalline Solarmodule, da der Produktionsprozess weniger energieintensiv ist und weniger Abfall erzeugt. Das führt im Umkehrschluss zu niedrigeren Anschaffungskosten, was wiederum die Attraktivität für großflächige Installationen steigert, bei denen viele Module benötigt werden.

Zudem bieten polykristalline Module ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, da sie trotz ihres etwas geringeren Wirkungsgrades eine solide Leistung erbringen und somit eine kosteneffiziente Lösung für viele Projekte darstellen.

Schon gewusst?

Weltweit gibt es 200.000 km2 an Dachfläche, die sich für die Photovoltaik eignen – theoretisch ausreichend, um den globalen Strombedarf zu decken.

Herstellung und Eigenschaften von polykristallinen Solarzellen

Der Herstellungsprozess von polykristallinen Photovoltaikmodulen beginnt mit der Gewinnung von hochreinem Silizium, das aus Quarzsand reduziert und durch chemische Prozesse gereinigt wird.

Schritt für Schritt:

  1. Herstellung von Siliziumblöcken

Das gereinigte Silizium wird geschmolzen und langsam abgekühlt, um viele kleine Kristalle mit unterschiedlichen Orientierungen zu bilden, was die polykristalline Struktur erzeugt.

2. Wafer-Herstellung

Die polykristallinen Siliziumblöcke werden in dünne Scheiben, die Wafer, gesägt. Diese Wafer werden gereinigt und deren Oberfläche texturiert, um die Lichtabsorption zu maximieren.

3. Zell- und Modulmontage

Nach der sogenannten Metallisierung, bei der die Elektroden aufgetragen werden, werden die Zellen elektrisch verbunden und in Schutzmaterial zwischen Glas und Rahmen laminiert.

Der Prozess führt zu den kosteneffektiveren polykristallinen Panels, die aufgrund ihrer geringeren Herstellungskosten besonders für großflächige Anwendungen geeignet sind.

Ökologische Aspekte der Herstellung

Polykristalline Module verlangen einen vergleichsweise geringen Energieeinsatz im Herstellungsprozess. Die Fertigung ist weniger energieintensiv, was zu einer besseren CO₂-Bilanz führt. Zudem lassen sich die Hauptmaterialien – Silizium, Glas und Aluminium – am Ende der Nutzungsdauer gut recyceln.

Damit leisten polykristalline PV-Module nicht nur während des Betriebs, sondern auch im gesamten Lebenszyklus einen Beitrag zur nachhaltigen Energiegewinnung.

Weiterentwicklungen in der Modulproduktion

Aktuelle Entwicklungen zielen darauf ab, den Wirkungsgrad und die Lebensdauer polykristalliner Solarmodule weiter zu steigern. Dazu zählen etwa optimierte Oberflächenbeschichtungen, die die Lichtabsorption verbessern, oder der Einsatz von Glas-Glas-Laminaten, die besonders widerstandsfähig gegenüber Feuchtigkeit und mechanischen Belastungen sind.

Solche Innovationen sorgen dafür, dass polykristalline Solarmodule auch künftig eine wirtschaftliche und langlebige Lösung für Photovoltaikanlagen bleiben.

Bild

Positionierung von polykristallinen PV-Modulen

Jede Photovoltaikanlage verfolgt das Ziel, effizient zu arbeiten. Dafür müssen bestimmte Komponenten ineinandergreifen. So sind etwa Neigungswinkel und die Ausrichtung der PV-Module entscheidend für den Wirkungsgrad.

Polykristalline Solarzellen können dabei flexibel ausgerichtet werden, wobei ein Neigungswinkel zwischen 30 und 40 Grad ideal ist. Typischerweise werden die Zellen einer PV-Anlage für eine höhere Leistung gegen Süden ausgerichtet. So werden die sonnigen Mittagsstunden maximal ausgenutzt.

Wie werden polykristalline Module montiert?

Die Montage von polykristallinen Solarmodulen verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie monokristalline Solarmodule und erfordert in der Regel kein Baugerüst. Es gibt zwei Hauptansätze für die Befestigung der Module:

Montage per Dachdurchdringung

Diese Methode bietet hohe Stabilität, beeinträchtigt jedoch die Bausubstanz. Die Module werden mit Schienen aus Aluminium oder Stahl befestigt, die im Dachstuhl verankert sind.

Montage ohne Dachdurchdringung

Hier werden die Gestelle des Aufständerungssystems mit dem Dach verklebt oder mit Betonsteinen beschwert. Der Montageansatz vermeidet Dachdurchdringungen, erfordert jedoch eine genaue Berechnung der Dachlast.

Besonderheiten bei Flachdächern

Auf Flachdächern werden polykristalline Module häufig in aufgeständerten Systemen montiert. Dabei kann jedes PV-Modul im optimalen Winkel zur Sonne ausgerichtet werden, was den Energieertrag steigert. Da die Dachhaut nicht durchdrungen wird, sind diese Systeme besonders schonend für die Gebäudesubstanz. Gleichzeitig ist eine sorgfältige Statikprüfung notwendig, da das zusätzliche Gewicht von Gestellen und Modulen berücksichtigt werden muss.

Indach-Systeme

Neben der klassischen Aufdachmontage gibt es auch Indach-Systeme, bei denen die Zellen direkt in die Dachhaut integriert werden. Polykristalline Module übernehmen dabei nicht nur die Stromproduktion, sondern auch eine Schutzfunktion wie herkömmliche Dachziegel. Diese Variante ist optisch ansprechender, allerdings oft teurer und aufwendiger in der Montage.

Plug-and-Play-Lösungen (Balkonkraftwerke)

Polykristalline Solarzellen sind nicht nur für große Dachanlagen geeignet, sondern auch für steckerfertige Mini-Solaranlagen. Die sogenannten Balkonkraftwerke können einfach an Balkonbrüstungen, Fassaden oder Garagendächern angebracht werden. Sie ermöglichen auch Mietern und Wohnungseigentümern die Nutzung von Solarstrom im kleinen Maßstab – ohne aufwendige Montage oder bauliche Genehmigungen.

Wie viele Fläche wird für polykristalline Solarmodule benötigt?

Die benötigte Dachfläche für polykristalline Module hängt von mehreren Faktoren ab, darunter

  • die Gesamtleistung der Solaranlage,
  • die Effizienz der einzelnen Module
  • und die spezifischen Bedingungen des Installationsortes.

Polykristalline Module haben in der Regel eine Effizienz von etwa 15 bis 18 %. Das macht die Modulart etwas weniger effizient als monokristalline Solarmodule, die Effizienzen von bis zu 22 % erreichen können. Daher könnte für dieselbe Energieleistung eine etwas größere Fläche benötigt werden.

Ein Blick auf die Installation und Wartung

Die Installation sollte von einem zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden, um höchste Effizienz und Sicherheit zu gewährleisten. Eine sorgfältige Planung des Montagesystems ist entscheidend, damit die Solarmodule sicher befestigt und optimal ausgerichtet werden können.

Um die Leistungsfähigkeit der Solarmodule zu erhalten, sind regelmäßige Wartungs- und Reinigungsarbeiten unerlässlich, hier wird ein Rhythmus von 1 bis 2 Jahren empfohlen. Überwachungssysteme können dabei helfen, mögliche Probleme frühzeitig zu identifizieren und zu beheben.

Polykristalline Module im Vergleich mit anderen Modultypen

Beim Kauf von Solarmodulen ist es entscheidend, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Typen zu kennen, um die bestmögliche Entscheidung für Ihre individuellen Anforderungen zu treffen. Monokristalline, polykristalline und Dünnschichtmodule haben jeweils spezifische Vor- und Nachteile, die sie für unterschiedliche Einsatzbereiche geeignet machen.

KriteriumMonokristallinPolykristallinDünnschicht
EffizienzHoch (18-22%)Mittel (15-18%)Niedrig (6-12%)
KostenHochMittelNiedrig
PlatzbedarfGeringMittelHoch
LanglebigkeitHochMittelVariabel
UmweltbilanzHöherer EnergieeinsatzGeringerer EnergieeinsatzVariable
Empfohlene NutzungKleine Dachflächen, WohnhäuserGrößere Dachflächen, GewerbeGroße Flächen, Industrie

Polykristalline Module bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sind besonders für größere Dachflächen und gewerbliche Anwendungen geeignet. Trotz des geringeren Wirkungsgrads und des größeren Platzbedarfs sind sie eine kosteneffiziente Wahl für viele Projekte.

Polykristalline vs. monokristalline Solarmodule: Ein detaillierter Vergleich

Monokristalline und polykristalline Solarmodule zählen zu den am weitesten verbreiteten Technologien in der Photovoltaik. Beide Varianten basieren auf Silizium, unterscheiden sich jedoch in Herstellung, Effizienz und Kostenstruktur.

Effizienz & Flächenbedarf

Im Vergleich zu monokristallinen Modulen erreichen polykristalline Zellen einen geringeren Wirkungsgrad: 15 bis 18 %. Monokristallin pendelt sich zwischen 18 und 22 % ein. Dadurch benötigt der Modultyp weniger Fläche, um die gleiche Strommenge zu erzeugen – ein Vorteil, speziell bei kleineren Dachflächen.

Kostenfaktor

Polykristalline Module sind in der Anschaffung günstiger, da ihr Produktionsprozess weniger aufwendig ist. Sie bieten damit ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das gilt vor allem für große Dachflächen und gewerbliche Projekte, bei denen der Platzbedarf keine entscheidende Rolle spielt.

Optik

Monokristalline Module haben eine gleichmäßig dunkle Färbung, die als ästhetisch ansprechender gilt. Das polykristalline Pendant wirkt durch ihre bläuliche, kristalline Struktur weniger homogen. Natürlich immer auf den persönlichen Geschmack gemünzt.

Fazit

Polykristalline PV-Module bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sind besonders für größere Dachflächen und gewerbliche Anwendungen geeignet. Trotz des geringeren Wirkungsgrads und des größeren Platzbedarfs sind sie eine kosteneffiziente Wahl für viele Projekte. Ihre robusten Eigenschaften und die geringeren Herstellungskosten machen sie zu einer attraktiven Option für viele Anwender.

Nachgefragt

FAQ: Polykristalline PV-Module – kompakte Infos im Überblick

Polykristalline PV-Module bestehen aus vielen kleinen Siliziumkristallen, die in einem Block zusammengefügt und dann in dünne Scheiben, sogenannte Wafer, geschnitten werden. Diese Module sind durch ihre bläuliche Farbe und das charakteristisch ungleichmäßige Erscheinungsbild erkennbar.

Polykristalline PV-Module haben einen Wirkungsgrad von 15 – 18 %. Dies ist niedriger als der Wirkungsgrad von monokristallinen Modulen, jedoch bieten sie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für viele Anwendungen.

Der größte Vorteil von polykristallinen PV-Modulen liegt in ihrer Kosten-Effizienz. Sie sind günstiger in der Herstellung und Anschaffung als monokristalline Module, was sie besonders attraktiv für großflächige Anwendungen macht. Zudem ist der Herstellungsprozess weniger energieintensiv.

Polykristalline PV-Module sind ideal für größere Dachflächen und gewerbliche Anwendungen, bei denen die Kosten eine wichtige Rolle spielen. Sie eignen sich gut für Installationen, bei denen der Platzbedarf nicht die größte Einschränkung darstellt.

Polykristalline PV-Module haben eine Lebensdauer von etwa 20-25 Jahren. Viele Hersteller bieten Garantien in diesem Bereich.

Die polykristallinen PV-Module werden in der Regel auf Dach- oder Bodenmontagesystemen befestigt. Es ist wichtig, die Module so auszurichten, dass sie maximale Sonneneinstrahlung erhalten. Die Installation sollte von einem zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden.

Polykristalline Module haben einen geringeren Wirkungsgrad als monokristalline Module, sind aber kostengünstiger in der Herstellung. Im Vergleich zu Dünnschichtmodulen haben sie einen höheren Wirkungsgrad, sind jedoch weniger flexibel und schwerer. Dünnschichtmodule sind am flexibelsten und am leichtesten, haben aber den niedrigsten Wirkungsgrad.

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