Photovoltaik: Walmdach – Solarpotenzial auf allen Seiten

Das Walmdach ist bekannt für seine charakteristische Struktur mit vier geneigten Seiten, die einen länglichen Dachfirst ergeben. Aufgrund dieser architektonischen Gestaltung bietet die Dachform interessante Möglichkeiten für die Installation von Photovoltaikanlagen. Bedeutet: Photovoltaik und Walmdach bilden zusammen ein hohes Solarpotenzial.

Walmdächer sind besonders in Regionen mit starker Windbelastung beliebt, da sie eine hohe Stabilität bietet. In Bezug auf Photovoltaikanlagen erlaubt das Walmdach eine vielseitige Platzierung der Module, da mehr nutzbare Fläche zur Sonne ausgerichtet werden kann – verglichen mit einfacheren Dachtypen wie dem Satteldach.

Installateur montiert Solarmodule auf dem Dach eines Hauses, während unten ein gelber Lieferwagen mit Blitzsymbol und drei Personen stehen.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Walmdach hat mehrere geneigte Dachflächen, die nach verschiedenen Himmelsrichtungen ausgerichtet sind. Das kann die verfügbare Fläche für die Paneele begrenzen und die Effizienz der Anlage beeinflussen.
  • Bei Walmdächern werden die Paneele häufig auf den nach Süden, Osten und Westen ausgerichteten Dachflächen installiert.
  • Auf einem Walmdach kommen wie bei anderen Schrägdächern (z. B. Satteldach) Dachhaken und Schienensysteme für die Befestigung zum Einsatz.
  • Da jede Dachseite eines Walmdachs eine Himmelsrichtung abdeckt, bietet sich eine Ausrichtung der Solaranlage sowohl gen Süden als auch Ost-West – ohne enorme Leistungseinbußen.

Planung & Installation

Die Installation von Solarpanelen auf Walmdächern kommt mit spezifischen Herausforderungen. Dazu zählen die unter anderem die

  • komplexere Dachstruktur
  • und der potenzielle Bedarf an speziellen Montagesystemen, die die einzigartige Form und Neigung des Daches berücksichtigen müssen.

Daher ist eine umfassende Planung unumgänglich für eine erfolgreiche Installation.

Schon gewusst?

Aufgrund der abgeschrägten Dachflächen ist ein Walmdach besonders windstabil und reduziert die Windlast um bis zu 30 % im Vergleich zu steileren Dachformen – ideal für die Installation von PV-Ablagen in windreichen Regionen.

Auswahl der PV-Module

Aufgrund der vielseitigen Dachflächen und -ausrichtungen bei Walmdächern erfordert die Auswahl der Module besondere Aufmerksamkeit. Schließlich soll die Sonneneinstrahlung optimal genutzt werden.

Wichtige Kriterien im Auswahlprozess sind:

  • Modultyp
  • Größe und Form der Module
  • Leistungsklassen
  • Haltbarkeit und Garantien
  • Ästhetische Überlegungen

Photovoltaik auf Walmdach: Welche Befestigungstechniken kommen zum Einsatz?

Die richtige Befestigungstechnik ist für eine sichere und langlebige Montage der Photovoltaik-Module auf einem Walmdach verantwortlich. Der Dachtypus verlangt oft spezielle Lösungen, um die Struktur nicht zu beschädigen, das Gesamtbild eine optimale Leistung der Solaranlage zu gewährleisten.

  • Dachhaken & Montageschienen: Eine gängige Methode ist die Verwendung von Dachhaken, die unter den Dachziegeln befestigt und an den Dachsparren angebracht werden. Die Haken tragen Montageschienen, auf denen die PV-Module montiert werden. Diese Technik vermeidet das Durchdringen der Dachziegel und erhält die Wasserdichtigkeit des Daches.
  • Klebesysteme: Für Walmdächer können Klebesysteme eine geeignete Alternative sein. Derartige Systeme vermeiden Durchdringungen und sind besonders nützlich bei der Installation von leichten, flexiblen Solarmodulen.
  • Ballastsysteme: Ballastsysteme sind ebenfalls eine gute Option, um die Durchdringung des Dachs zu umgehen. Sie nutzen Gewichte, um die Solaranlage sicher auf dem Dach zu halten.
  • Integrierte PV-Systeme: Dachintegrierte Photovoltaik (BIPV) ist eine weitere Option für Walmdächer, bei der die PV-Module direkt als Dachmaterial verwendet werden.

Ost, Süd, West: Neigung & Ausrichtung

Neigung und Ausrichtung der PV-Module sind zentrale Faktoren, die über die Effizienz einer Photovoltaikanlage auf einem Walmdach entscheiden.

Der ideale Neigungswinkel für die Paneele sollte die Sonneneinstrahlung maximieren – abhängig von der geografischen Lage des Gebäudes. Im Allgemein liegt der optimale Neigungswinkel zwischen 30 und 40 Grad. Dennoch muss immer individuell geplant werden, da jede PV-Anlage unterschiedliche Ansprüche stellt.

Aufgrund der vielseitigen Ausrichtungsmöglichkeiten bietet ein Walmdach den Vorteil, die Module auf mehreren Seiten anbringen zu können. Dadurch lässt sich die Ausrichtung optimal auf die Sonnenbahn abstimmen.

Die Südausrichtung wird in den meisten Szenarien bevorzugt und verspricht den besten Energieertrag. Aber auch Ost- und Westausrichtungen können sinnvoll sein, um die Einstrahlung der Sonne am Morgen und Abend zu nutzen. Im Gegensatz dazu wird Nordseite – wie üblich in der Photovoltaik – eher stiefmütterlich behandelt und im Planungsprozess nicht berücksichtigt. Gleichwohl die Dachneigung auch diese Himmelsrichtung grundsätzlich abdeckt.

Schattenmanagement

Schatten und Photovoltaik vertragen sich nicht. Eine verschattete Photovoltaikanlage arbeitet ineffizient und stellt sogar ein Risiko für die Paneele dar. In der Konsequenz sinkt der Ertrag. Im schlimmsten Fall kommt es gar zu einer Beschädigung der Komponenten. Ein Szenario, was es zu verhindern gilt. Ein effektives Schattenmanagement minimiert den negativen Effekt von Verschattungen.

  • Analyse der Verschattung: Im ersten Schritt müssen Sie verstehen, wie Schatten zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten auf Ihr Walmdach fallen. Technologien wie Solarmetrie können dabei helfen, präzise Daten über Schattenmuster zu sammeln, die von umliegenden Bäumen, Gebäuden und anderen Strukturen verursacht werden.
  • Planung der Modulplatzierung: Basierend auf der Verschattungsanalyse sollten die PV-Module so auf den Dachseiten positioniert werden, dass sie den geringsten Schattenwurf erfahren.
  • Mikroinvertern oder Leistungsoptimierern: Der Einsatz von Mikroinvertern oder Leistungsoptimierern kann sinnvoll sein. Derartige Geräte ermöglichen es jedem Modul, unabhängig zu operieren. Dadurch bleibt die Gesamtleistung der Photovoltaikanlage erhalten – auch bei Verschattung einzelner Module.

PV-Anlage auf Walmdach: Genehmigung & Vorschriften

Photovoltaikanlagen können nicht einfach auf ein Dach montiert werden. Es gelten bestimmte Regularien in Form von Vorschriften – darunter

  • lokalen Bauvorschriften,
  • Genehmigungsverfahren
  • und Normen.

Die Vorschriften dienen dem Schutz von Eigentum, Sicherheit und der Gewährleistung, dass die Anlage effizient und ohne negative Auswirkungen auf die Umgebung betrieben wird.

Informieren Sie sich frühzeitig über sämtliche Genehmigungen und Vorschriften, die an Ihrem Standort gelten.

Hinweis

Die Dachform bestimmt maßgeblich über die mögliche Dimensionierung der PV-Anlage. Eine ausreichend große Dimensionierung ist wichtig, um den Eigenbedarf zu decken.

Photovoltaik & Walmdach: Was sind die Vor- und Nachteile?

Vorteile:

  • Mehr Fläche: Walmdächer bieten durch ihre vier geneigten Seiten mehr Fläche für die Installation von Solarpanelen – verglichen mit anderen Dachformen. Module können daher theoretisch in größerer Stückzahl angebracht werden.
  • Stabilität & Windresistenz: Die einzigartige Struktur von Walmdächern bietet eine natürliche Resistenz gegen starke Winde. Die Module sind aufgrund der abgeschrägten Form des Daches besser vor Windlasten geschützt.
  • Ästhetische Integration: Walmdächer erlauben oft eine nahtlosere und ästhetisch ansprechendere Integration von Solarpanelen.

Nachteile:

  • Komplexe Installation: Die Installation auf Walmdächern kann komplex und zeitaufwendig sein – aufgrund der Vielfalt der Neigungswinkel und der Notwendigkeit, mehrere Dachflächen zu bedecken.
  • Verschattungsprobleme: Die Vielseitigkeit des Walmdaches kann zu größeren Verschattungsproblemen führen, wenn nicht sorgfältig geplant wird.
  • Höhere Kosten: Die Notwendigkeit spezieller Montagesysteme und die komplexere Planung können die Gesamtkosten der Solaranlage erhöhen. Zudem können die Dachkonfiguration und Zugänglichkeit zusätzliche Arbeitsstunden erforderlich machen.
  • Wartungsüberlegungen: Walmdächer können den Zugang zu den Modulen für Wartungsarbeiten erschweren. Insbesondere, wenn die Module über mehrere Dachflächen verteilt sind.

Wartung & Pflege

Photovoltaik ist kein Selbstläufer. Jegliche Komponenten unterliegen während ihrer Nutzungsdauer einem Verschleißprozess. Entsprechend sind Wartung und Pflege unerlässlich für die langfristige Leistung und Sicherheit einer Photovoltaikanlage.

  • Inspektionen: Eine Photovoltaikanlage sollte regelmäßig überprüft werden – mindestens einmal jährlich. Achten Sie dabei auf mögliche Beschädigungen an den PV-Modulen, dem Montagesystem und den Dachziegeln selbst.
  • Reinigung der Module: Die Energieeffizienz der Paneele kann durch Schmutz, Staub, Laub und Vogeldreck beeinträchtigt werden. Eine regelmäßige Reinigung hilft, die maximale Leistungsfähigkeit zu erhalten. Verwenden Sie weiches Wasser und vermeiden Sie harte Bürsten oder abrasive Reinigungsmittel.
  • Überprüfung der Kabel und Verbindungen: Stellen Sie sicher, dass alle elektrischen Verbindungen fest sind und keine Anzeichen von Verschleiß oder Korrosion aufweisen. Lockere oder beschädigte Kabel können nicht nur die Leistung beeinträchtigen, sondern stellen auch ein Sicherheitsrisiko dar.
  • Schneeräumung: In Gebieten mit starkem Schneefall sollten Sie darauf achten, Schneeansammlungen auf den Modulen zu entfernen. So minimieren Sie die Belastung der Dachstruktur und maximieren gleichzeitig die Sonneneinstrahlung.
  • Professionelle Wartung: Für einige Aspekte der Wartung kann es ratsam sein, einen Fachbetrieb zu beauftragen – etwa für die Überprüfung der Wechselrichter. Experten können potenzielle Probleme frühzeitig erkennen und beheben.

Krüppelwalmdach: Besonderheiten & Potenziale für Photovoltaik

Ein Krüppelwalmdach stellt eine Variante des klassischen Walmdaches dar, bei der die Giebel nicht vollständig, sondern nur teilweise abgewalmt sind. Dadurch entstehen an beiden Enden vertikale Giebelflächen, die den Dachtypus von einem traditionellen Walmdach unterscheiden.

Die spezielle Dachform kombiniert die herkömmliche Ästhetik eines Walmdaches mit den funktionalen Vorteilen eines Satteldaches.

Photovoltaik & Krüppelwalmdach: Wo liegen die Vorteile?

  • Zusätzliche vertikale Giebelflächen: Die verbleibenden Giebelflächen bieten zusätzliche Möglichkeiten, Solarmodule anzubringen. So können die Paneele nicht nur auf den geneigten Flächen, sondern auch vertikal installiert werden.
  • Optimierte Sonneneinstrahlung: Aufgrund der vertikalen und geneigten Flächen ermöglicht ein Krüppelwalmdach, die Paneele gezielt nach Süden auszurichten und gleichzeitig die Ost- und Westseiten optimal zu nutzen. Das kann insbesondere in den Morgen- und Abendstunden höhere Erträge für Hausbesitzer bedeuten.

Herausforderungen und Planungstipps

  • Komplexität der Dachstruktur: Durch die Kombination von geneigten und vertikalen Flächen ist die Montage komplexer als bei einem reinen Walmdach. Besondere Aufmerksamkeit muss der Übergangsbereich zwischen geneigten und senkrechten Flächen gewidmet werden.
  • Empfehlungen für Modulplatzierung: Die vertikalen Giebelflächen eignen sich ideal für flexible oder kleinere Paneele, während auf den geneigten Dachflächen Standardmodule montiert werden können. Es empfiehlt sich, spezialisierte Montagesysteme zu wählen, um optimale Stabilität und Dichtigkeit sicherzustellen.

Eignung und Empfehlungen für die Praxis

Ein Krüppelwalmdach eignet sich hervorragend für Photovoltaikanlagen, wenn sowohl ästhetische Ansprüche als auch optimale Nutzung der Sonnenenergie gewünscht sind. Besonders in Regionen mit gemischter Sonneneinstrahlung über den Tagesverlauf hinweg kann diese Dachform ihre Vorteile voll ausspielen.

Aufgrund der zusätzlichen Planungskomplexität ist eine professionelle Beratung und Montage ratsam, um den PV-Modulen die bestmögliche Arbeitsgrundlage zu ermöglichen und langfristige Sicherheit der Photovoltaikanlage zu gewährleisten.

Fazit

Das Walmdach eröffnet vielfältige Möglichkeiten für die Installation von Photovoltaikanlagen, bringt jedoch auch besondere Herausforderungen mit sich. Seine stabile Bauweise, die Dachneigung und die zusätzlichen Flächen bieten Potenzial für hohe Energieerträge – vorausgesetzt, Neigung, Ausrichtung und Verschattung werden sorgfältig berücksichtigt.

Eine professionelle Planung und die Wahl geeigneter Montagesysteme sind entscheidend, um die Effizienz zu maximieren und langfristig von den Vorteilen einer PV-Anlage auf dem Walmdach zu profitieren.

Nachgefragt

FAQ: Photovoltaik auf Walmdach

Ja, PV-Anlagen können auf Walmdächern erfolgreich mit Dachfenstern oder anderen Installationen kombiniert werden. Eine sorgfältige Planung ist jedoch entscheidend. Die Solarmodule müssen optimal platziert werden, ohne die Funktion von Dachfenstern oder die Zugänglichkeit anderer Installationen zu beeinträchtigen.

Die durchschnittliche Lebensdauer einer PV-Anlage auf einem Walmdach beträgt etwa 25 bis 30 Jahre. Die exakte Lebensspanne kann jedoch variieren – abhängig von

  • der Qualität der Solarmodule,
  • der Art der Installation
  • und wie gut die Anlage gewartet und gepflegt wird.

Eine regelmäßige Wartung und der rechtzeitige Austausch von verschlissenen Komponenten können dazu beitragen, die maximale Lebensdauer der Anlage zu erreichen.

Die optimale Ausrichtung und die Neigung der PV-Module versprechen hohe Energieerträge einer PV-Anlage auf einem Walmdach. Zu den weiteren Effizienzfaktoren gehören unter anderem:

  • Verschattungsminimierung
  • Wartung
  • Reinigung
  • hochwertige PV-Module & Wechselrichter
  • Energiemanagementsysteme

Bei der Installation einer PV-Anlage in einer denkmalgeschützten Zone ist besondere Sorgfalt geboten, da strenge Vorschriften gelten. Beginnen Sie mit einer gründlichen Konsultation der zuständigen Denkmalschutzbehörden, um die spezifischen Anforderungen und Einschränkungen zu verstehen.

Sie müssen möglicherweise einen detaillierten Plan vorlegen, der zeigt, wie die Solaranlage die ästhetische und historische Integrität des Gebäudes bewahrt. Oft ist eine Anpassung des Designs oder der Platzierung der Module erforderlich, um eine Genehmigung zu erhalten.

Es ist ratsam, frühzeitig mit Fachleuten zusammenzuarbeiten, die Erfahrung mit denkmalgeschützten Projekten haben, um die Erfolgschancen zu maximieren.

Walmdächer sind aufgrund ihrer strukturellen Eigenschaften und der Neigungswinkel in der Regel gut geeignet, um Schneelasten zu bewältigen. Bei der Installation von Photovoltaikanlagen auf Walmdächern sollte jedoch zusätzlich beachtet werden, wie die Module angeordnet sind. So stellen Sie sicher, dass die Paneele die Fähigkeit des Daches zur Schneeverteilung und -abtragung nicht beeinträchtigen.

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    Katharina Kreidenweis
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